FORSCHUNGSPROJEKT
Das transdisziplinäre Forschungsprojekt Postfotografische Bilder. Generative Bildgebungsverfahren setzt sich mit den historischen und gegenwärtigen Spielarten einer Bildproduktion auseinander, die auf Regeln basiert und algorithmisch verfährt. Es bezieht die Anfänge der generativen Ästhetik und der am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Bielefeld entwickelten generativen Fotografie mit ein, reicht über die ersten Ausdifferenzierungen von generativen Systemen in den Künsten und untersucht die aktuell mit Bildgeneratoren erzeugten synthetischen Bilder. Hierbei geht es nicht nur um eine systematische Erfassung generativer Bildgebungsverfahren, sondern auch um eine grundlegende Reflexion der Transformation des fotografischen Bildes. So unterliegt das fotografische Bild seit den 1970er Jahren einem Wandel von einer optisch mechanischen zu einer digitalen Bildproduktion und zu automatisierten algorithmischen Bildgebungsverfahren. Letztere schließen ein maschinelles Lernen und Sehen mit ein. Die im Kontext der digitalen Fotografie und der ersten Bildbearbeitungsprogramme aufgekommene Rede vom postfotografischen Zeitalter, die unter dem Eindruck der Bilderflut sozialer Medien erneuert wurde, bezeichnet nicht eine Zeit nach der Fotografie. Sie benennt eine Gegenwart, in der das fotografische Bild ubiquitär ist und gleichzeitig keine Referenz an eine außerbildliche Wirklichkeit mehr verbürgt. Die Präsenz des fotografischen Bildes in den sozialen Medien, die Datensätze an Fotografien, an denen die sogenannten intelligenten Rechensysteme trainiert wurden, und die fotografischen Bildästhetiken der mit diesen Rechensystemen generierten synthetischen Bilder verdeutlichen die Aktualität fotografischer Dispositive. Das Forschungsprojekt Postfotografische Bilder. Generative Bildgebungsverfahren untersucht diese Zusammenhänge sowohl medien- und begriffsgeschichtlich als auch praxeologisch und künstlerisch forschend. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden über Tagungen, Workshops und Ausstellungen dokumentiert und zur Diskussion gestellt.
Das Forschungsprojekt läuft vom Sommersemester 2025 bis zum Wintersemester 2026/27 und wird über den Forschungsfonds für künstlerische Forschung 2025 der HSBI gefördert.
PROJEKTLEITUNG
Der Forschungsschwerpunkt Postfotografische Bilder. Generative Bildgebungsverfahren wird am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Bielefeld von Prof. Adrian Sauer (Professur für generative Bildsysteme) und Prof. Dr. Kirsten Wagner (Professur für Kulturwissenschaft und Kommunikationswissenschaft) getragen und von der Studentin des Masterstudiengangs Gestaltung Jana Sehnert unterstützt.
KONTAKT
generative.aesthetics@hsbi.de
PROJEKTTEAM
Darius Bange, Jon Grote, Esma Oguz, Jana Sehnert, Leo Teufel
Gefördert von:
JUNGES FORUM
Neben der transdisziplinären, praxeologischen und begriffsgeschichtlichen Erforschung der verschiedenen Spielarten generativer Bildgebungsverfahren hat sich das Forschungsprojekt die Förderung junger Wissenschaftler:innen und Künstler:innen zum Ziel gesetzt. Über Posterpräsentationen wird wissenschaftlichem Nachwuchs ein Raum für die Darstellung von Abschlüssen und Dissertationsvorhaben zu generativen Bildgebungsverfahren gegeben.
Mittels Ausstellungen, die in der HSBI-Galerie Satellit im Stadtraum Bielefelds für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, erhalten junge Künstler:innen die Möglichkeit, ihre künstlerische Forschung zu generativen Bildgebungsverfahren und die daraus resultierenden ästhetischen Artefakte und Prozesse, einschließlich der verwendeten Methoden, zu präsentieren. Das angestrebte Netzwerk des Jungen Forums soll den Austausch für Promovierende in den Wissenschaften und Künsten erleichtern und die künstlerische Forschung stärken.
HSBI
Der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Bielefeld (HSBI) umfasst die Studiengänge Bachelorgestaltung und Mastergestaltung mit den vier Studienrichtungen:
_Digital Media and Experiment
_Fotografie und Bildmedien
_Kommunikationsdesign
_Mode
Der Forschungsschwerpunkt geht auf eine Kooperation der Studienrichtung Fotografie und Bildmedien und der Fachgruppe Ästhetische Theorie. Künstlerische und Kuratorische Praxis zurück.